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::: Leverkusen | 24. September 2008

Ein Fußballturnier „Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ richtete das Fanprojekt im „Soccer-Centor“ in Küppersteg aus. Die Kinder berichten von Streit und Schlägereien an Leverkusener Schulen.

„Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ lautete das Motto des Fußballturniers im „Soccer-Centor“ in Küppersteg. Schulen und Jugendeinrichtungen aus Leverkusen und Umgebung stellten 24 Teams mit insgesamt rund 170 Spielerinnen und Spielern. Die so genannten „Streetkick-Turniere“ sind eine gemeinsame Idee der Fanprojekte aus Nordrhein-Westfalen, erklärt Stefan Thomé, Leiter des Leverkusener Projektes. Ziel dieser Veranstaltungen sei es, den oft gewaltsamen und aggressiven Erfahrungen der Jugendlichen durch sportliches und faires Miteinander entgegenzuwirken.

Von der Aktion begeistert

Angst und Vorurteile gegenüber Fremdem und Unbekanntem sollen durch das gemeinsame Kicken abgebaut werden. Auch Leverkusens Dezernent Marc Adomat zeigte sich begeistert von der Aktion. Es sei klasse, dass man beim Sport Farbe gegen Rassismus bekenne. „Die Teams sind eine gute Mischung. Da sollte man dran bleiben.“ Der 14-jährige Nico Schönol sieht das genauso. „Rassismus ist nicht gut, deshalb sollte man sich dagegen einsetzen“, erklärt der Schüler. An seiner Schule, der Hauptschule an der Görresstraße, hätte er aber noch keine Fälle von Rassismus erlebt. „Bei uns gibt es so etwas nicht.“ Sandra Krause, Sabrina Wageringel, Denise Herbert und Christina Heck von der Rheindorfer Käthe-Kollwitz-Schule erklären, dass Gewalt an ihrer Schule schon ein Thema sei. Es gäbe öfter Schlägereien, berichtet die 15-jährige Sabrina. „Ich geh dann einfach weg, weil ich damit nichts zu tun haben will, oder sage einem Lehrer Bescheid.“ Ein Schüler sei nach einer Schlägerei sogar im Krankenhaus gelandet, weiß Denise Herbert. Die vier Schülerinnen aus dem Team „Rheindorfer Rasenflitzer“ sind sich einig, dass ein Fußballturnier gegen Rassismus eine tolle Sache sei. „Das ist einfach gut“, findet Sabrina. Jackson Matumona und Antonios Nikolopoulos sind Schüler an der Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg. Sie berichten, dass sich in der Schule auch Cliquen einzelner Nationalitäten bilden. Zwischen diesen Gruppen entstünde oft Streit, der nicht selten auch in einer Schlägerei endet. Deswegen sei so ein Fußballturnier gut. In ihrer Mannschaft gäbe es schließlich auch nicht nur Weiße, erklärt Antonios. Aber auf dem Fußballfeld spielen Hautfarbe und Nationalität eben keine Rolle. „Es ist ein gutes Zusammenspiel“, meint Jackson. Und man lerne sich besser kennen, ergänzt Antonios.

Autogramme von Sarpei

Genau das wolle man mit dem Turnier auch erreichen, erklärt Stefan Thomé. „Wir wollen den Kids beibringen, dass man freundschaftlich miteinander umgehen kann.“ Neben dem Turnier gab es noch einen weiteren Höhepunkt. Hans Sarpei, Fußballprofi bei Bayer 04, stand den Kickern für eine Autogrammstunde zur Verfügung. An der Schussgeschwindigkeitsmessanlage konnten die fußballbegeisterten Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten testen. Für den Spieler mit dem schnellsten Schuss gab es ein signiertes Trikot der Bayer-04-Fußballprofis.

 

 

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